Hanf - Titelbild

Lass etwas mehr Hanf in dein Leben

Nein mein Aufruf mehr Hanf zu konsumieren ist nicht als Kifferplädoyer angedacht. Unser Wissen über diese außergewöhnliche Pflanze ist sehr begrenzt und das möchte ich ändern. Denn Hanf hat mehr als nur THC und dessen berauschende Wirkung zu bieten. Er zählt zu den ältesten kulturellen Nutzpflanzen der Welt und sein Gebrauch enorm vielfältig. Wie auch du mehr Hanf in dein Leben integrierst und warum 2017 sein Jahr werden könnte, gibt es jetzt hier nachzulesen.

Der Hanf

Zunächst einmal müssen wir unterscheiden. Es gibt zwei verschieden Hanfgattungen. Cannabis sativa und Cannabis indica. Letzteres ist uns besonders durch ihren hohen natürlichen THC-Gehalt auch als Gras oder Marihuana bekannt. Die Pflanzen der Gattung sativa weisen hingegen einen maximalen Gehalt von 0,2 % THC auf und werden mit einem hohen Faseranteil von bis zu 35% daher als Nutzpflanzen kultiviert. Beide Pflanzen sind in den Gebieten der Mongolei und Indien heimisch. Können aber bei uns genauso gut kultiviert werden. Sie können einige Meter Höhe erreichen, sind absolut pflegeleicht und werden auch in Europa ganz legal auf großen Plantagen kultiviert. Allerdings unterliegt selbst die Nutzhanf Kultivierung strengen Vorschriften und Überwachungen.

 

Hanf - Pflanze

 

Sowohl der Hanfsamen und Öl, der Cannabis sativa, wie auch die Naturfaser die aus ihr gewonnen werden sind wichtige Gründe für meinen Apell.

Was macht den Hanf zum Superfood??

Heute findet der Hanf in Deutschland meist Verwendung als Samen oder Öl. Seine Inhaltsstoffe weisen so gute Werte auf, dass er als Trendpflanzen 2017 vorausgesagt wird. Aber warum eigentlich und welche Kriterien hat ein Superfood zu erfüllen?

Was macht ein Superfood aus?

Eine festgelegte Definition gibt es eigentlich noch nicht. Zum ersten Mal wurde der Begriff zu Beginn des 20. Jahrhunderts verwendet. Wirkliche Bedeutung gewann er allerdings erst in den letzten Jahren. In Europa wird ein Superfood im Allgemeinen als ein Lebensmittel bezeichnet, welches aufgrund seiner Inhaltsstoffe und dessen Nährstoffgehaltes einen größeren gesundheitlichen Nutzen aufweist im Vergleich zu anderen Lebensmitteln.

Beispiele für sogenannte Superfoods sind:

Exotische Superfoods – Chiasamen und Mangostane
Heimische Superfoods – Leinsamen und Heidelbeeren

 

Die Inhaltsstoffe des Hanf

Öle und Fettsäuren

Das Hanf-Öl zum Verzehr wird aus den gepressten Samen gewonnen, während die ätherischen Öle für die Pharmazie aus den Blüten und Blättern stammen. Der Hanfsamen beinhaltet eine Menge essentieller Fettsäuren, die der Mensch nur über die Nahrung aufnehmen kann. Hier stellen die Omega 6 - zweifach ungesättigte Linolsäure ( 50 – 70 % ) und die Omega 3 - dreifach ungesättigten Alpha-Linolsäure ( 15 – 25 % ) eine besondere Rolle dar. Deren Verhältnis zu einander von 3:1 ist perfekt für die Nahrungsaufnahme im menschlichen Körper.

 

Hanf - Öl

 

Mineralstoffe und Spurenelemente des Hanf

Der Samen des Hanf ist reich an Magnesium, Calcium und Kalium. Vor allem Vegetarier und Veganer können hier durch die wichtigen Mineralstoffe in ausreichenden Mengen ihrem Körper zuführen. Der Verzehr kann Mangelerscheinungen vorbeugen, die bei einer veganen oder vegetarischen Ernährung auftreten können. Calcium, welches vor allem in Form von Fleisch und Milchprodukten aufgenommen wird, benötigt der Körper für den Knochenbau und zur Blutgerinnung.

 

Hanf - Samen

 

Mit 100 g Hanfsamen ist der Tagesbedarf eines Erwachsenen zu einem Viertel gedeckt. Bei Kalium wird sogar die Hälfte des Tagesbedarfes erworben. So kann eine Muskelschwäche, oder Herzrhythmusstörung verhindert und der Proteinaufbau gefördert werden. Die aufgenommene Menge Magnesium erfüllt sogar mehr als den Tagesbedarf eines Erwachsenen. Mit ca. 470 mg pro 100g Hanfsamen können Krämpfe verhindert und der Cholesterinspiegel gesenkt werden.

Vitamine

Neben den Vorteilen für Vegetarier und Veganer bezüglich der Mineralstoffe und Spurenelemente bietet Hanf auch eine reiche Palette an Vitaminen. Neben den Vitaminen B1, B2, B3, B6, C und E spielt besonders das Karotin eine wichtige Rolle in unserem Körper. Es bildet die Vorstufe von Vitamin A, weshalb es auch als Provitamin A bezeichnet wird. Die gesundheitsstärkende Wirkung und Bedeutung der Karotinoide wurde in den letzten Jahren immer mehr bekannt. Sie zählen zu den Antioxidantien und schützen unseren Körper vor freien Radikalen. Auch wird immer wieder davon gesprochen, dass es eine krebshemmende Wirkung geben soll, wobei diese Aussagen nochnicht zu 100% bestätigt werden konnte.

Aminosäuren

Der wohl wichtigste Beweggrund Hanf als Superfood zu bezeichnen sind die Aminosäuren. Nahezu alle Aminosäuren werden in den Samen dieser Pflanze vereint, was als absolut einzigartig gilt und den Samen deshalb eine besonders hohe biologische Wertigkeit zugesprochen wird.
Die enthaltenen Proteine des Hanf, kommen den Körpereigenen Varianten extrem nahe und kann somit ohne viel Aufwand direkt umgewandelt und verwertet werden.

Die Eiweiße des Hanfsamens besitzen 65 % der Stoffgruppe Globuline und 35 % Albumin, welches dem Hühnereiweiß sehr ähnlich ist und somit genauso gut vom Körper verwertet werden kann. So zieht unser Körper den bestmöglichsten Nutzen aus den Proteinen des Hanf ohne sich selbst mit zusätzlichen Belastungen, wie Abbau von schädlichen Nebenprodukten in Leber und Nieren, zu belasten.

 

Weitere Verwendung der gesamten Hanfpflanze

Aber Hanf ist mehr als Samen, Öl oder berauschende Substanz. Früher war Hanf alltäglich und in vielen Produkten verarbeitet. Langsam findet in der Gesellschaft eine Rückbesinnung statt. Es wird nach Alternativen gesucht und meist in der Natur wieder gefunden.

Papier und Dämmstoffe

Was dir vielleicht gar nicht bekannt ist, Hanf kann ebenso gut zu Papier verarbeitet werden, wie Holz oder Bambus. Durch die widerstandsfähigen Fasern ist es möglich das Papier auch mehrere Male zu recyceln und zwar deutlich öfter als Papier aus Holzgewinnung. Ebenso ist die Papiergewinnung auf der gleiche Hektarfläche beim Hanf um einiges ergiebiger. Es ist daher durchaus vorstellbar, in Zukunft die Produktion immer weiter auf den Nutz-Hanf umzustellen.

 

Hanf - Gutenbergbibel

 

Ach ja - eines der für uns wichtigsten Bücher, wurde einst auf Hanfpapier gedruckt. Und zwar die Gutenberg Bibel!

Zusätzlich wird Hanf heute in der ökologischen Dämmung immer mehr eingesetzt. Statt auf synthetische Materialien wie Styropor zu setzen, gehen viele Bauherren wieder auf die Naturfaser zurück. Aus allen Berichten über Hanf als Dämmstoff, geht die immense Begeisterung des überzeugend angenehmen Wohnklimas hervor.

 

Textilien aus Hanf

In den 90er Jahren gab es bereits die Öko-Bewegung die sich voll und ganz auf Hanf eingeschworen hatten. Mit ihren Hanf-Sandalen, Jutebeutel und Batik-Shirts galten sie schnell als neumodische Hippies. Nun startet der Hanf, wie die Leinenfaser auch, einen neuen Versuch in der Textil und Modebranche. - Mit bislang großem Erfolg. Nur wenige waren vor 20-25 Jahren bereit die Vorteile dieser Naturprodukte zu erkennen. Aber nun klinken sich auch große Modelabels und Designer in die Bio-/Ökobranche ein, mit deutlichen Auswirkungen für das einst lahme Image der Hanf-Textilien.

Schon vor einigen Jahren hat der Gigant Adidas eine Hanf-Schuhkollektion auf dem Markt gebracht, ich bin mir sicher da werden dieses Jahre wieder einige Modelle folgen!

 

Energie Getränke

Seit einigen Jahren wird unter strengen Vorkehrungen Nutz-Hanf als Rohstoff für ein Energie Getränk angebaut. Zum einen als kluge Werbestrategie für junge Menschen, aber auch aufgrund der genannten Fülle an Inhaltsstoffen waren die Produzenten sofort von dieser Pflanze überzeugt.

 

FAZIT

Wir sind mit der Suche nach Alternativen für große Umwelt- und Moralsünden auf einem guten Weg. Die Gesellschaft öffnet sich immer weiter für die ökologische Bewegung und nimmt heimische Nutzpflanzen wie den Hanf vermehrt mit offenen Armen im empfang. Ich bin mir sicher, dass auf lange Sicht die Rückbesinnung auf die Kulturpflanzen der letzten Jahrhunderte, uns gesellschaftlich einen enormen Schritt weiter kommen lässt.

Ich bin gespannt, ob der Hanf uns wirklich quer durch das Jahr 2017 begleiten wird. Auf der BioFach2017 sah es so aus, als hätte er große Konkurrenz aus der Ferne bekommen. Allerdings bin ich zuversichtlich dass wir ihn in Zukunft mehr in unseren Alltag einbauen werden.

Wie siehst du den aktuellen Trend zum Hanf? Bist du schon längst auf den Geschmack gekommen, oder kannst du damit gar nicht anfangen? Lass mir doch deine Erfahrungen in den Kommentaren da. Ich bin gespannt auf deine Meinung.

Also bis bald -
Pia

16 thoughts on “Lass etwas mehr Hanf in dein Leben

  1. Hallöchen!

    Okay, Hanf habe ich auch hin und wieder mal in mein Leben integriert, muss ich ehrlich gestehen XD!!! 🙂 … das ist aber schon eine ganze Weile her! Man hat es eben mal probiert! Find ich ja so gar nicht tragisch, wenn das ganze nicht ausartet! So ist das ja aber auch mit dem Alkohol und anderen berauschenden Genussmitteln. In anderen Formen habe ich es bislang noch nicht genutzt.
    Ich als Botanikerin bin doch sehr mit dieser Pflanze vertraut, doch dein Beitrag ist wirklich sehr gut und ausführlich geschrieben. Wirklich sehr interessant, denn auch ich konnte noch was lernen hierbei!

    Sehr schön!

    LG TINE VON https://frauensache.wordpress.com/

    1. Hi Tine,
      solange es in Maßen und nicht in Massen stattfindet ist es ja auch nicht zu verteufeln. ^^
      Das gilt, wie du ja so schön gesagt hast, für alle Genussmittel.

      Schön, dass dir mein Artikel gefällt und ich auch dir als Fachfrau noch einen neuen Ansatz geben konnte.
      Danke für dein tolles Feedback!

      Liebe Grüße
      Pia

  2. Bei mir in der WG ist relativ viel Hanf vertreten als Öl oder Tee zum Beispiel.
    Fand ich anfangs befremdlich, aber mittlerweile gehört es einfach dazu! 🙂

    Guter Beitrag!

    1. Hi Michelle,
      wie bei allem ist es nur eine Frage der Zeit bis man sich an etwas gewöhnt hat.
      Leider hatte der Hanf bislang ja auch meist einen schlechten Ruf.
      Schön, dass ihr schon auf das Trendjahr vorbereitet seid ^^

      Liebe Grüße
      Pia

  3. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mit Hanf bisher eigentlich kaum Berührungspunkte hatte. In Form von Marihuana vertrage ich es nicht sonderlich gut und die typischen Hanf-Textilien waren irgendwie nie so mein Ding. 😀 Als „Superfood“ hatte ich es bisher aber nie so auf dem Schirm, was eigentlich wirklich schade ist.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass 2017 das „Jahr des Hanfs“ wird. Gerade weil es, anders als viele andere Superfoods auch in Deutschland anbaubar ist, wäre das doch super. 🙂

    Liebe Grüße
    Jana
    http://www.comfort-zone.net

    1. Hi Jana,
      ja der Hanf nimmt aktuell wirklich Fahrt auf und es ist wohl anzunehmen, dass es sein Jahr wird.
      Ich bin auch froh, dass die Hanfmode nun auch revolutioniert wird! (sah bislang nicht besonders ansehnlich sondern meistens zweckmäßig aus ^^)
      Wir haben auch in unseren Klimagebieten ein paar ganz tolle heimische Superfoods, aber leider sind sie bislang wenigen bekannt.
      Wenn wir sie alle regelmäßig in unseren Speiseplan einbauen ersparen wir uns sich den ein oder anderen Gang zum Arzt.

      Liebe Grüße
      Pia

  4. Sehr interessant was uns über so ein wichtiges Thema alle nicht bekannt ist! Das mit dem Papier ist vorallem cool! Das wäre ein wirklich rießiger Schritt in die richtige Richtung.
    Bis jetzt kannte ich Hanf nur noch zusätzlich als
    Medikamentvariante aber das diese Pflanze so vielfältig ist hätte ich mir nicht gedacht!
    Viele Grüße
    Denise von
    http://lovelifebloggerlife.blogspot.co.at/

    1. Hi Denise,
      ja als Medikament ist der Hanf immer wieder in unserem Medien vertreten. Leider geht es in diesem Zusammenhang auch immer um das leidige Thema THC.
      Das der Nutzhanf an sich allerdings gar nichts mit berauschender Wirkung zu tun hat, ist den wengisten bekannt.

      Die Sache mit der Papierausbeute finde ich auch wahnsinnig spannend und hoffe das ich in Zukunft noch mehr darüber berichten kann.
      Danke für dein nettes Feedback
      Liebe Grüße
      Pia

  5. Hi Pia,

    danke, dass Du dem Hanf eine Chance gegeben hast. Ich finde es schön, sich einem Thema mal von einer ganz anderen Seite zu nähern. Sehr cool!

    Ich wünsche mir, dass noch mehr alte Kulturpflanzen einen Weg zurückfinden in unseren Alltag, ohne dass sie gleich wegen potentieller Nebenwirkungen in den Medien zerrissen werden. So vieles hat Vor- und Nachteile, dass ich mir einen objektiven Umgang wünsche, damit ich mir selbst eine Meinung bilden kann. Der Hanf hat dank Deines Artikels nun wieder eine Chance bei mir. Merci!

    Und ich habe jetzt gelernt, dass Mangostane und Heidelbeeren, die ich beide köstlich finde, Superfoods sind. Wie geil ist das denn!?

    Fussige liebe Grüsse von LangsamMacher Jana

    1. Hallo Jana,
      ja es gibt so viele tolle Nutzpflanzen auf der Welt die wir leider gar nicht mehr zu würdigen wissen.
      Flachs bzw das Produkt Leinen gehört in meinen Augen genauso dazu.
      Zum Glück bewegen wir uns langsam wieder in eine Richtung in der wir uns das Allgemeinwissen unserer Vorfahren endlich wieder aneignen wollen.

      Oh ja nach Mangostane und Heidelbeeren bin ich auch total verrrückt.

      Es ist so schön zu lesen, dass ich dich mit diesem Artikel erreicht habe.

      Liebe Grüße
      Pia

  6. Pia, danke für diesen Beitrag! Super informativ und mir wirklich völlig neu! Kann man dann Hanf-Samen und -Öle einfach im Handel kaufen oder liegen die irgendwelchen Restriktionen? Hanfenergiedrinks habe ich schon häufiger gesehen.

    Würde mich über eine Antwort freuen!

    Liebe Grüße
    Jil

    1. Hi Jil,
      ja die Hanfsamen und auch das Öl können mittlerweile in immer mehr Supermärkter erworben werden.
      Bioläden sind bei solchen Dingen aber immer noch Vorreiter.

      Von den Energydrinks habe ich mich bislang fern gehalten, da sie mir meistens nicht schmecken. Hast du sie schon probiert?

      Liebe Grüße
      Pia

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